
Diese Domain war über Jahre die Adresse eines der ältesten Freiluftfestivals Deutschlands. Der folgende Rückblick fasst zusammen, was öffentlich dokumentiert ist – als redaktionelle Chronik, nicht als Ankündigung.
Einordnung: Festivalzeit ist ein unabhängiges Magazin und weder Veranstalter noch Nachfolger des hier beschriebenen Festivals. Die Veranstaltung wird seit 2016 unter dem Namen VooV Experience fortgeführt. Aktuelle Termine, Tickets und offizielle Informationen gibt es ausschließlich beim Veranstalter selbst unter voov-festival.de.
Anfang der 1990er: aus einer privaten Feier wird ein Festival
Die erste Ausgabe fand 1991 statt – als kleine, private Zusammenkunft mit einer Handvoll Gäste und ohne kommerziellen Rahmen. Aus dieser Feier entwickelte sich über die Jahre eines der ältesten durchgehend existierenden Freiluftfestivals für elektronische Musik in Deutschland. Der Wachstumspfad ist typisch für die Szene jener Jahre: erst Mundpropaganda, dann Flyer, dann Zeltstädte.
Das Gelände: Prignitz, zwischen Hamburg und Berlin
Der spätere Stammort liegt in Brandenburg, in der Prignitz bei Putlitz – ungefähr auf halbem Weg zwischen Hamburg und Berlin. Die Anfahrt lief über die A24, Ausfahrt Suckow, und weiter auf der B321 in Richtung Putlitz; vom Bahnhof Putlitz brachte ein Shuttlebus die Gäste direkt zum Gelände. Wer aus dem Ausland kam, landete meist in Berlin und fuhr die letzte Etappe mit Bahn und Bus.
Die Lage auf freiem Feld prägte den Charakter: viel Platz für Camping, weite Wege, Nachtprogramm ohne direkte Nachbarschaft – und ein Gelände, das jedes Jahr komplett neu aufgebaut und danach vollständig zurückgebaut wurde.
Die Bausteine des Festivals
Aus den archivierten Seiten lässt sich rekonstruieren, woraus das Programm bestand:
- Zwei Klangwelten: eine Hauptbühne mit internationalen Live-Acts und DJs, dazu eine zweite Fläche mit melodischerem, rhythmisch anderem Programm.
- Lasershow und Visuals: die Lichtinstallation galt als Markenzeichen; ab Mitte der 2010er kamen aufwendige Live-Visuals internationaler VJs dazu.
- Dekoration: Crews aus Österreich, Neuseeland und Südafrika gestalteten das Gelände – mit dem Anspruch, dass die Anlage auch bei Tageslicht wirkt.
- Sound-Set-up: die Anlagen wurden von spezialisierten Dienstleistern gestellt und jährlich nachgeschärft.
- Performances: Feuershows und Bühnenkunst als eigenes Programmelement.
- Markt: ein Basar mit Speisen aus vielen Küchen, Kunsthandwerk und Kleidung, in manchen Jahren ausschließlich vegetarisch.
- Körper und Ruhe: ein eigener Bereich mit Yoga-Klassen, Massagen und Workshops.
- Müllpfandsystem: über Jahrzehnte etabliert, mit dem erklärten Ziel, außer guter Stimmung nichts auf dem Platz zu hinterlassen.
2013: ein Jahr Pause
Nach der Ausgabe 2012 legte das Festival ein Jahr Pause ein. In der damaligen Mitteilung war von einer bewussten Überarbeitung des Konzepts die Rede: Die Crew wollte sich neu aufstellen, arbeitete in dieser Zeit bei anderen Veranstaltungen mit und kümmerte sich um das eigene Musiklabel.
2014: die Rückkehr
Zur Ausgabe 2014 kehrte das Festival mit neuem Team und überarbeitetem Konzept zurück – angekündigt als neues Kapitel einer Legende. Der Termin lag vom 7. bis 11. August 2014, wieder auf dem Gelände zwischen Krumbeck und Putlitz. 2015 folgte die Ausgabe vom 14. bis 17. August mit einem Line-up aus mehreren Dutzend Acts aus Israel, Südafrika, Großbritannien, Skandinavien, Frankreich, Brasilien, Mexiko und Deutschland.
Ab 2016: neuer Name, gleicher Ort
Seit 2016 wird die Veranstaltung dauerhaft unter dem Namen VooV Experience geführt. Der Ort blieb: Putlitz in der Prignitz. Damit endete die Geschichte des Festivalnamens, unter dem diese Domain jahrelang erreichbar war – die Veranstaltung selbst gibt es weiterhin.
Was von der Zeit bleibt
Für die deutsche Freiluftszene war das Festival in mehrfacher Hinsicht prägend: als früher Beleg dafür, dass elektronische Musik im Freien ein eigenes, mehrtägiges Format trägt; als Vorbild für Müllpfand und Rückbau; und als Ort, an dem Dekoration, Licht und Sound als gleichrangige Gestaltungsmittel behandelt wurden. Vieles davon findet sich heute im Standardrepertoire vergleichbarer Veranstaltungen wieder – nachzulesen im Überblick zu den Freiluftfestivals für elektronische Musik in Europa.
Quellenlage: Dieser Text stützt sich auf archivierte Fassungen der früheren Festivalseiten sowie öffentlich zugängliche Berichte. Personenbezogene Angaben aus den Archivseiten wurden bewusst nicht übernommen.
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